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Aufbereitung verunreinigter Kunststoff-Industrieabfälle

23.03.2018

Königsbrunn, im März 2018 – Bei dem österreichischen Wertstoff-Recycler Candi Plastic Recycling trägt ein Hochleistungsschmelzefilter des Typs ERF 200 von Ettlinger seit drei Jahren kontinuierlich dazu bei, dass aus verunreinigten Kunststoffabfällen mit hohen Aluminium- bzw.

Papieranteilen hochwertige Regranulate werden. Sein typischer, sehr hoher Störstoffaustrag und der geringe Schmelzeverlust bilden dabei eine Basis für die Wirtschaftlichkeit der Aufbereitung. Auf Grund des seit der Anschaffung störungsfreien Betriebs setzt Candi einen Schmelzefilter des gleichen Typs auch im rumänischen Tochterwerk SC CALEX ein, ebenfalls mit bemerkenswert langen Standzeiten.

Kernstück der am Stammsitz Sollenau laufenden Anlage ist ein Recyclingextruder mit Vakuumentgasung, der die geshredderten, vorgereinigten und agglomerierten Kunststoffabfälle aufschmilzt und homogenisiert. In diese Extrusionslinie integriert, entfernt der kontinuierlich arbeitende Hochleistungsschmelzefilter ERF 200 die verbliebenen Fremdstoffpartikel aus der Schmelze. Eine Wasserringgranulierung mit anschließender Absackstation bildet den Abschluss der Linie. Darauf verarbeitet Candi hauptsächlich Kosmetikflaschen und -tuben mit Silikonanteil in den Deckeldichtungen oder Folienabfälle mit hohem Aluminiumanteil, beispielsweise aus der Produktion von Getränkeverpackungen und Joghurtbechern.

 

Der ERF 200 Hochleistungsfilter von Ettlinger eignet sich ideal zur Aufbereitung von Kunststoffschmelzen mit bis zu 18 % Verunreinigungen. Der sehr hohe Störstoffaustrag und der geringe Schmelzeverlust tragen bei Candi maßgeblich zur Wirtschaftlichkeit der Aufbereitung bei.

 

Bei der Entscheidung für den ERF 200 waren für Candi Geschäftsführer Gheorghe Campan die hohe Filterleistung und die langen Standzeiten ausschlaggebend. „Wir müssen die mit Fremdstoffen kontaminierten Schmelzen rund um die Uhr prozesssicher verarbeiten können. Stillstände auf Grund häufiger Siebwechsel, wie sie zum Beispiel bei herkömmlichen Kolbensiebwechslern die Regel sind, können wir uns nicht leisten“, so Campan, und er ergänzt: „Trotz des verunreinigten Input-Materials erwarten unsere Kunden Regranulate höchster Qualität. Dazu müssen wir die Störstoffe nahezu restlos entfernen.“ Dabei nennt er insbesondere das aus den Dichtungen stammende Silikon, das bei mangelhafter Filterwirkung Stippen in Folien verursacht und die Materialeigenschaften schwächt. Und er bestätigt: „Der ERF 200 erfüllt unsere hohen Anforderungen auch bei diesem kritischen Material zu einhundert Prozent.“

Der Grund für diese hohe Filterleistung liegt in der speziellen, komplett geschlossen Konstruktion der prozess-, volumen- und druckkonstant arbeitenden Ettlinger Hochleistungsschmelzefilter. Zentrales Element ist ein rotierendes zylindrisches Filtersieb mit Millionen konischer Bohrungen, die von außen nach innen von der Schmelze durchströmt werden. Die dabei auf dem Filtersieb verbleibenden Verunreinigungen werden kontinuierlich abgestreift und über eine Austragsschnecke abgeführt. Die gereinigte Schmelze strömt ohne lange Verweilzeiten aus dem Inneren der Filtertrommel zum Filterausgang und zur nachgeschalteten Granulierung. ERF-Filter von Ettlinger sind in drei Baugrößen verfügbar: als ERF 200 für bis 1 t/h Durchsatz, als ERF 350 für bis zu 3,8 t/h und als ERF 500 für Durchsätze bis zu 6 t/h.

Diese Filter erlauben die problemlose Aufbereitung bedruckter Folien und Materialien wie PE, PP, PS mit Papier- und/oder Aluminiumanteilen von insgesamt bis zu 18%. Darüber hinaus reinigen sie auch PS- oder ABS-Mahlgut aus Kühlschrank- und Elektronikschrott mit hohen Anteilen an Holz und Gummi effizient und zuverlässig. Selbst Gele sowie hochmolekulare und vernetzte Anteile trennt das Filtersieb zuverlässig ab. Mit dem in Sollenau eingesetzten Typ ERF 200 realisiert Candi – je nach Material, Verunreinigung und Siebfeinheit – Durchsätze bis zu 700 kg/h. Die Standzeiten bis zu einer erforderlichen Reinigung liegen bei mehreren Wochen. Die dann erforderlichen Siebwechsel sind in etwa einer Stunde erledigt und erfordern nur entsprechend kurze Produktionsunterbrechungen.

Candi liefert seine Regranulate an Spritzgießer, Plattenpresser, Blasformer, Folienextrudeure und Rotomolder in Deutschland, Österreich, Rumänien und Tschechien. Typische Endprodukte sind Folien, dünnwandige Blasware und vor allem Produkte für die Bauindustrie wie Rohre, Montageplatten, Abstandhalter und Schalungsbedarfsartikel.

Das 2001 gegründete österreichische Kunststoffrecyclingunternehmen Candi Plastic Recycling GmbH (http://www.candi-plastic.com) mit Sitz in Sollenau gehört zu den bedeutenden regionalen Wertstoffaufbereitern. Zwölf Mitarbeiter recyceln dort im Drei-Schicht-Betrieb ein breitgefächertes Spektrum industrieller Kunststoffabfälle, die beispielsweise mit Papier- und Metallfolien verunreinigt sind. Zwei Extrusionslinien produzieren jährlich über 3.500 Tonnen wiederverwertbare Regenerate. Das Tochterwerk SC CALEX SRL in Satu Nou de Jos, Rumänien, beschäftigt 25 Mitarbeiter und produziert auf vier Recyclinganlagen rund 3.000 Tonnen Regenerate.

Die Ettlinger Kunststoffmaschinen GmbH wurde 1983 gegründet und ist weltweit aktiv. Hauptsitz des Unternehmens ist in Königsbrunn bei Augsburg. Ettlinger ist seit 2018 Teil der Maag Gruppe. Maag ist ein global agierender Hersteller von Zahnradpumpen, Granulier- und Filtrationssystemen sowie Pulvermühlen, mit erstklassigen Produkten für anspruchsvolle Anwendungen in der Kunststoffindustrie, aber auch in der Chemie-, Petrochemie-, Pharma- und Lebensmittelindustrie.

Kernkompetenzen von Ettlinger sind die Entwicklung und Fertigung von Hochleistungsschmelzefiltern sowie von Spritzgießmaschinen. Im Bereich der Schmelzefiltrierung stellt das Unternehmen kontinuierlich arbeitende Hochleistungsschmelzefilter für gering bis stark verunreinigte Kunststoffe her. Die Filter der ERF-Baureihe werden in verschiedenen Bereichen eingesetzt bis hin zum Recycling von Post Customer Anwendungen. Die Filter der ECO-Baureihe sind dagegen für Compoundier- oder Folienanwendungen konzipiert. Sie entfernen Gele und Agglomerate auch aus Neuware und reduzieren damit Stippen im Endprodukt um – gepaart mit langen Standzeiten – bessere Folienqualitäten zu erzielen. Darüber hinaus werden ECO-Filter auch zur Verarbeitung von PET oder PA eingesetzt.

Die Spritzgießmaschinen eignen sich insbesondere für die Produktion von Kunststoffteilen mit Gewichten von bis zu über 100 kg wie Fittings und Schachtsysteme sowie Kunststoffpaletten. Das durchdachte Baukastensystem erlaubt kostengünstige Lösungen und Maschinenkonzepte für einen großen Aufgabenbereich.

 

 

 

 

 

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